Das Gesetz des Stärkeren

Das Gesetz des Stärkeren

Joaquín Guerrero Casasola

dtv Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3423212618

Taschenbuch: 9,95 €

 

"Gil Baleares, Ex-Polizist und nun Privatdetektiv braucht dringend Geld. Er lebt von der Pension seinen demenzkranken Vaters, der mit ihm in einer kleinen Wohnung in Mexico wohnt.

Er möchte sich einen kleinen Traum erfüllen, einen silberfarbenen Nissan Tsuru, und würde alles dafür tun.  Da kommt ihm das Angebot, die entführte Tochter des Süßwarenfabrikanten del Moral aus den Fängen der Entführer zu befreien, gerade recht. Reine Routine, denkt er."

Entführungen sind in Mexiko an der Tagesordnung und eine nicht unerhebliche wirtschaftliche Einnahmequelle. Doch die Entführer verlangen eine viel zu hohe Summe und Gils Lohn dabei ist geradezu mickrig.

Darüber hinaus scheinen die Entführer von korrupten Polizisten gedeckt zu werden. Wer steckt noch dahinter? Es entpuppt sich als äußerst gefährliches und schwieriges Unterfangen, Alicia zu befreien.

Diverse Ex-Kollegen bitten ihn unterdessen um den ein oder anderen Freundschaftsdienst, was ihm unwahrscheinlich Nerven und Kraft kostet. Nebenher treibt ihn sein vergesslicher Vater schier zur Verzweiflung. Bis dieser auch eines Tages verschwindet...!

 

Dieses Buch könnte ein Drehbuch für einen mexikanischen Ganovenfilm sein. Zumindest kam mir dieser Gedanke oft beim Lesen. Hier fließt jede Menge Blut und Tequila, korrupte Polizisten und Gewalt sind nicht wegzudenkende Komponenten dieser Geschichte.

Es ist voll von schwarzem Humor, es ist rasant und actiongeladen. Da ich es nicht aus der Hand legen konnte, habe ich es an einem Tag verschlungen. Die unverfälschte Schreibweise lässt dies auch zu.

Es wird aus der Ich-Perspektive des Privatdetektivs erzählt, man bekommt einen guten Einblick in seine Gedankenwelt und hat so das Gefühl, mitten drin zu sein. Bei den meisten Protagonisten war ich mir nicht sicher, ob ich sie für vertrauenswürdig halten soll und oft wurde ich in meiner Meinung bestätigt.

Gils Vater ist unausstehlich, aber er ist halt krank und so verzeiht man ihm sein teilweise unverschämtes und gemeines Auftreten. So ganz legt man seine Vergangenheit jedoch nicht ab und er war, so wie ich das verstanden habe, vor seinem Ruhestand einer dieser korrupten Polizisten, wie sie in diesem Roman zuhauf vorkommen.

Das Ende bleibt offen, wobei der Leser eine Ahnung bekommen könnte, wer oder was dahinter steckt. Nur scheinbar Gil nicht.

Das Buch reflektiert das relativ gewaltsame Leben in Mexiko City und ist daher in seiner Art nicht unbedingt für zartbesaitete Leser zu empfehlen.

Nichtsdestotrotz ist es ein Buch, welches ich als Geheimtipp bezeichnen würde, kein klassischer Mainstream-Thriller. Mir hat es gefallen, es hat mir ein paar schöne amüsante Lesestunden bereitet und ich würde es weiterempfehlen.

 

**** 4 von 5 Sterne

 

Der Autor:

Joaquín Guerrero-Casasola 1962 in Mexico City geboren, ist Drehbuchautor und Schriftsteller. 2006 erhielt er eines der begehrten Stipendien für Gabriel García Márquez’ Drehbuchwerkstatt auf Kuba. Nach etlichen Jahren in Spanien lebt er mit seiner Familie nun wieder in Mexico City, wo er Creative Writing unterrichtet. ›Das Gesetz des Stärkeren‹, sein erster Krimi, wurde 2007 mit dem Premio Internacional de Novela Negra L'H Confidencial ausgezeichnet.

 

Das Buch kann u.a. hier bestellt werden:

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