Der Bund der Alchemisten 2

Der Bund der Alchemisten 2: Die Luftschiffe des Zaren

Greg Keyes

Erscheinungsdatum: 2008

blanvalet Verlag

ISBN 978-3442243563

Seiten: 560

 

"Fantastische Abenteuer in der Tradition von Jules Verne! Mit der Entdeckung des legendären Quecksilbers der Weisen hat Sir Isaac Newton schrecklichen Wesen den Zugang zur Erde ermöglicht, deren Ziel es ist, die Welt zu verwüsten. Newton flieht gemeinsam mit seinem Assistenten nach Prag. Doch ist er dort wirklich in Sicherheit vor den Mächten, die er heraufbeschworen hat? Da schweben plötzlich die Luftschiffe des Zaren über der Stadt! "

Diese Rezension bezieht sich auf den zweiten Teil der Reihe, jedoch möchte ich kurz Bezug zum ersten Teil nehmen: Im ersten Teil der Reihe "Der Bund der Alchemisten" von Greg Keyes wird die Welt von einem Kometen getroffen. England liegt in Schutt und Asche und ist ein unwirtlicher und feindlicher Ort, Frankreich ist verwüstet, jegliche Ordnung zerstört.

 

Inmitten dieser chaotischen Zustände versuchen nun alle europäischen Machthaber, ihre Macht auf andere Länder auszuweiten. An vorderster Front der russische Zar Peter. Er fällt mit einer Flotte von Luftschiffen über Frankreich her. Selbst Prag, die eigentlich bisher sicherste Stadt, die bislang nicht eingenommen wurde, wird nun belagert und droht, in russische oder osmanische Hände zu fallen.

 

Keyes verwebt mehrere Erzählstränge, die am Ende alle aufeinander zulaufen und sich zum Showdown vereinen. Einer dieser Erzählstränge handelt von einer Gruppe Piraten, Ureinwohner Amerikas, Franzosen, Engländer und Priester, die sich von Amerika aus auf den Weg machen, um herauszufinden, was in Europa los ist. Die Auswirkungen des Kometen sind bis zu ihnen hin spürbar.

Ein weiterer Erzählstrang erzählt von Adrienne, die auch im ersten Teil der Reihe eine tragende Rolle spielt. Sie hat sich ihrem Sohn, dem Herzog von Lothringen angeschlossen. Gemeinsam wollen sie nach Prag ziehen. Die Schergen des Zaren versuchen, ihnen den Weg abzuschneiden. Doch Adrienne verfügt über bisher unbekannte Kräfte und probiert diese gleich an ihnen aus. In Prag trifft sie eine für sie wichtige Entscheidung, als sie sich dem Zaren anschließt, als Folge ihres neu gewonnenen Selbstbewusstseins durch ihre Kräfte und ihre bestandenen Abenteuer.

Newtons Lehrling, Benjamin Franklin, ist mit seinem Meister in Prag und kämpft verbissen um die Anerkennung seines Meisters. Doch es zeigt sich, dass dieser ihm zunehmend Dinge verheimlicht. Vertraut er seinem Lehrling nicht? Droht Prag der Untergang?

Als sie in Lebensgefahr schweben, fliehen sie mit einem Mondschiff nach Venedig. An Bord eine junge Frau, die Benjamins Herz erobert hat.

Auch die Welt des Äthers, welche im ersten Teil ausgiebig beschrieben wird, findet hier wieder ihre Berechtigung und spielt ihr ganz eigenes Spiel mit den Bewohnern der Erde.

 Alle Protagonisten dieses Buches treffen in Venedig aufeinander und kämpfen mit-und gegeneinander. Das Buch endet mit einem überwältigenden Showdown und hier macht das Cover der vorliegenden Ausgabe dem Ende alle Ehre: Der Himmel brennt!

 

Bevor man dieses Buch liest, empfiehlt es sich natürlich, den ersten Teil zu lesen. Die Geschichten der Protagonisten sind mit dem Schicksal der Welt unmittelbar verwoben und zum Verständnis ist der erste Teil der Reihe unabdingbar.

Wie im ersten Teil finden sich auch hier wieder zahlreiche Elemente des Steampunk und diese Reihe gehört eindeutig zu den Standardwerken dieses Genres.

Es ist eine intelligente und gut durchdachte Geschichte. Zahlreiche Erfindungen werden beschrieben und Personen, die real existiert haben, sind wunderbar in die Geschichte mit eingeflochten.

Es liest sich sehr flüssig, ist verständlich geschrieben und macht Lust auf mehr. Wenn man mit den Gegebenheiten des ersten Teils vertraut ist, hat man auch keine Probleme, der Geschichte zu folgen. Die Protagonisten sind allesamt auf ihre Art sympathisch, Keyes schafft es hier, keine Wertung in die Personen zu legen. Das überlässt er völlig dem Leser.

So fand ich persönlich selbst Blackbeard sehr nett und war vom Verhalten Benjamin Franklins hingegen so manches Mal genervt, ist er doch recht ungeduldig und zu unbedarft in seinen Handlungen.

Newton wird als recht kaltherzig dargestellt. Er forscht eigentlich nur in seinem kleinen Kämmerlein herum und ist oft schlecht gelaunt.

Als gelungen empfinde ich die Mischung aus realen Menschen und Gestalten wie Geister, Engel und Dämonen, die die Ätherwelt bevölkern und starken Einfluss auf die Welt der Menschen haben.

 

Was mir nicht so sehr gefallen hat, war das Ende. Denn während des Showdowns hatte ich das Gefühl, oft den Überblick zu verlieren. Was zu Beginn manchmal etwas detaillierter hervorgehoben wurde, scheint nun hier schnell dahin geschrieben zu sein, sozusagen um endlich auf den Punkt zu kommen. Solche Szenen verlaufen natürlich nicht langsam ab, man wird förmlich dazu gezwungen, sie schnell zu lesen, da sie auch schnell vonstatten gehen.

Jedoch habe ich mich etwas gehetzt gefühlt und war mir danach nicht mal mehr sicher, was da nun eigentlich passiert war und musste das Ende ein weiteres Mal lesen.

Aber an Spannung kommt es nicht zu kurz, das muss man sagen. Auf den dritten und vierten Teil bin ich nun sehr gespannt und gehöre zu den Glücklichen, die diese auch schon zu Hause liegen hat. Hier sei ein Tipp an den Verlag erlaubt, die Bände doch wieder aufzulegen , da sie wirklich lesenswert sind und zur Zeit leider zum größten Teil vergriffen sind.

 

Wer genug von Drachen, Elfen und Zwergen hat, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.

Wer nicht genug von Drachen, Elfen und Zwergen hat, dem sei dieses Buch auch ans Herz gelegt, erweitert es doch ungemein das Fantasy-Genre und bringt frischen Wind ins Leserherz!

 

**** 4 von 5 Sterne

 

Der Autor:

Gregory J. Keyes wurde am 11. April 1963 in Meridian, Mississippi geboren und stammt aus einer großen Familie, die berufsbedingt in ein Navajo-Reservat in Arizona umzog, als Greg vier Jahre alt war. Dort beschäftigte er sich intensiv mit der indianischen Kultur, lernte die Sprache und begeisterte sich für geheimnisvolle Zeichen, Rituale, Mythen und Legenden. Dies und die Tatsache, daß in seiner Familie das Schreiben und Erzählen von Geschichten an der Tagesordnung war, sorgten dafür, daß Greg nach seinem Anthropologie-Studium an der Universität von Georgia den Beruf des Schriftstellers ergriff und in seinen Fantasy- und SF-Romanen vor allem auf die kulturellen Aspekte eingeht.

Greg Keyes lebt heute in Savannah, Georgia.

(Quelle: phantastik-couch.de)

 

Leider ist das Buch weitestgehend vergriffen, so dass man es nur noch über Drittanbieter bekommt und das zu überteuerten Preisen.

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