Luna

Luna

Ian McDonald

Erscheinungsdatum: 2017

Heyne Verlag

Seiten: 510

ISBN: 978-3-453-31795-6

Taschenbuch: 14,99 €

 

"Auf dem Mond entscheidet sich das Schicksal der Menschheit.

Der Mond ist das reinste Paradies, wenn man genug Geld hat. Wenn nicht, ist er die Hölle. Adriana Costa gehört zu denen, die es geschafft haben: Mit dem Abbau von Helium-3 hat sie ein unvorstellbares Vermögen angehäuft, und die Cortas sind eine der fünf mächtigsten Familien auf dem Mond. 

Doch auf dem Weg an die Spitze der Gesellschaft hat sich Adriana eine Menge Feinde gemacht. Gefährliche Feinde, die sie und die menschliche Zivilisation auf dem Mond zu Fall bringen wollen... "

Der Mond ist besiedelt. Menschen von der Erde können zu ihm reisen, sich dort gänzlich niederlassen oder eben nur für eine Weile auf ihm leben.

Die Grundversorgung, wie Wasser, Luft oder auch Daten, müssen teuer bezahlt werden und nur die wohlhabenden Schichten können sich das problemlos leisten. Alle anderen, weniger gut betuchten, müssen sich diese Grundstoffe hart erarbeiten, machen teils Schulden dafür.

So wie Marina Calzaghe, die auf der Erde nicht genug Geld für eine Therapie ihrer kranken Mutter aufbringen konnte. Dies ändert sich auf dem Mond schlagartig, als sie einen Job bei einem der herrschenden Clans des Mondes bekommt.

 

Die Fünf Drachen sind reiche Dynastien, so gesehen die High Society des Mondes. Die Cortas, eine der Dynastien, führen das Corta-Heliós Familienunternehmen und sind mit dem Abbau von Helium-3 reich geworden. Das Oberhaupt ist Adriana Corta, die so langsam die Nachfolge ihres Unternehmens bestimmen muss.

 

Pressestimmen vergleichen die Geschichte mit Game of Thrones und das kann ich so unterschreiben. Auch GoT ist voller Macht und Intrigen (wie Luna). Familienclans, die untereinander Zwangsehen eingehen, Intrigen spinnen, wo Stolz und Ehre wichtiger scheint als alles andere...

...diese Machtgefüge haben ein hohes Konfliktpotenzial, was sich auch immer wieder in der Geschichte niederschlägt.

 

Die unterschiedlichen Clans haben auch unterschiedliche Beziehungen zueinander: die Cortas und die Mackenzies sind verfeindet, die Suns und Asamoahs sind wiederum freundschaftlich mit den Cortas verbunden, die Woronzows sind eher neutral.

 

So richtig überzeugt hat mich das Buch nicht. Es könnte überall spielen. Der Mond spielt hier keine so große Rolle wie es am Anfang scheint (mal abgesehen davon, dass es "Luna" heißt und der Mond auf dem Cover abgebildet ist). Etwas mehr Science-Fiction und weniger politische Ränkespiele hätten der Geschichte durchaus gut getan.

Störend empfand ich auch viele Begriffe aus anderen Sprachräumen, die sich einem nicht immer auf Anhieb erschließen. Manche davon werden zwar im hinteren Glossar erklärt, aber wer möchte schon ständig im Buch blättern?

Das Ende ist offen, da mit "Wolfsmond" kürzlich die Fortsetzung erschienen ist. Ob ich die allerdings lese...?

 

Was ich gut fand, war das haptische Erlebnis. Der abgebildete Mond auf dem Cover setzt sich von der Struktur her etwas ab und fühlt sich echt gut an. :-).

 

Wie gesagt, das Buch hat mich nicht so überzeugt, aber ich wollte es trotzdem bis zum Ende lesen.

 

*** 3,5 von 5 Sterne

 

Der Autor:

Ian McDonald, 1960 in Manchester geboren, ist langjähriger Fernsehredakteur und Schriftsteller. Mit 22 veröffentlichte er seine erste Story, seit 1987 lebt er hauptberuflich vom Schreiben. Viele seiner Science-Fiction- und Fantasy-Romane sind mit Genre-Preisen wie dem Hugo, dem Locus und dem Nebula Award ausgezeichnet. Ian McDonald lebt in Nordirland.

 

Das Buch ist u.a. hier erhältlich:

Random House

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