Peripherie

Peripherie

William Gibson

Erscheinungsdatum: 2016

Klett Cotta Verlag

Seiten: 616

ISBN: 978-3-608-50124-7

Gebundene Ausgabe: 24,95 €

 

"Flynne und Wilf leben auf zwei Seiten des "Jackpots", der Apokalypse, die gegen Ende des 21. Jahrhunderts große Teile der Menschheit hinweggerafft hat. Jahrzehnte liegen zwischen ihnen, doch als ein Mord geschieht, nimmt Wilf Kontakt zu Flynne auf...

 

Flynnes Heimatdorf liegt an der amerikanischen Ostküste, wo sie ihr Geld in einem 3D-Kopierladen verdient. Dort lebt auch ihr Bruder Burton, der heimlich Computerspiele testet, um seine spärliche Veteranenrente aufzubessern. 

Flynne springt eines Tages für ihn ein und findet sich in einer virtuellen, dunkelfremden Welt wieder, die an London erinnert. Sie ahnt nicht, dass diese Welt die Zukunft ist, in der Wilf lebt, ein PR-Mann, der Promis betreut und ein Problem hat, als eine seiner Kundinnen ermordet wird. Flynne ist die einzige Zeugin des grausamen Verbrechens - und wird von Wilf mithilfe eines Peripherals über den Zeitsprung hinweg kontaktiert. 

Dadurch wird sich Flynnes Welt ein für alle Mal ändern, während Wilf erfahren muss, dass die Vergangenheit einen langen Schatten hat und die Zukunft kein Spiel ist."

 

Ganz schön anstrengend, fremde Welten und unbekannte Technik nicht erklärt zu bekommen...

Was ist Gegenwart? Was ist Zukunft?

 

Flynne hilft ihrem Bruder, der illegal als Game-Tester arbeitet, und übernimmt als ehemalige professionelle Computerspielerin ein paar seiner Schichten. Aber dieses Game ist gar kein Spiel, es entpuppt sich als die Zukunft. Eine irgendwie menschenleere Zukunft. Nach einer Katastrophe, die Gibson "Jackpot" nennt, ist die Zukunft neu organisiert, hoch technisiert. 

In diesem Spiel, welches ja keins ist, wird Flynne Zeugin des Mordes an einer jungen Frau. Zusammen mit Wilf, der die Schwester der Ermordeten kennt, versuchen sie den Mordfall aufzuklären. 

Das Außergewöhnliche dabei: Flynne und Wilf leben in verschiedenen Zeiten. In diesem Cyberkrimi kommuniziert die Zukunft mit der Vergangenheit. Flynne und Wilf trennen 70 Jahre. 

Aber man kann die Vergangenheit nicht ändern, ohne auch die Zukunft zu ändern. Die Geschichte, aber auch die Wirtschaft, wird teils neu geschrieben oder zumindest stark beeinflusst, aber ohne allzu große Verschiebungen der Ereignisse.

 

In diesem Buch werden viele Themen angesprochen: Technik, Überwachung, Lobbyismus, Manipulation und Korruption, Selbstoptimierung - bzw. Individualisierung. Gibson schafft dies in vielen kleinen Kapiteln (124 an der Zahl). Man kann auch immer mal ein kleines Kapitel zwischendurch lesen, wobei ich die Überschriften meist sehr verwirrend fand. 

 

Der Anfang des Buches ist zäh. Es wird nahezu nichts erklärt und somit schwebte ständig ein großes Fragezeichen über meinem Kopf. Sollte die Phantasie angeregt werden? Dann habe ich keine, denn ich fand es unheimlich schwer zu folgen. Aber das Gefühl legte sich nach und nach und es wurde besser.

 

William Gibson war und bleibt ein Kultautor des Science-Fiction-Genres. Mir war bekannt, dass er mit "Neuromancer" dieses Genre maßgeblich beeinflusste. Gelesen habe ich das Buch allerdings bislang nicht. 

Kennt man seine Art zu schreiben nicht, wird man möglicherweise in den ersten Seiten dieser Lektüre abgeschreckt. 

Durchhalten ist hier die Devise, es lohnt sich!

Für den holprigen Einstieg gibt es von mir jedoch nur 4 von 5 Sternen.

 

**** 4 von 5 Sterne

 

Der Autor:

William Gibson wurde 1948 in South Carolina (USA) geboren. Mit 19 wanderte er nach Kanada aus, um der Einziehung zum Vietnam-Krieg zu entgehen. 1972 ließ er sich in Vancouver nieder, wo er noch heute mit seiner Frau und zwei Kindern lebt. Bekannt wurde er mit seinem 1984 erschienen Roman Neuromancer, der in diesem Jahr alle gängigen SF-Preise erhielt: den Philip K. Dick Award, Nebula Award, Locus Award sowie den Hugo Award. In diesem Buch prägte er unter anderem den Begriff Cyberspace, der noch immer häufig für elektronische Netze wie das WWW verwendet wird, sowie das Subgenre des Cyberpunk und den Begriff der Matrix, welche durch ein globales Informationsnetzwerk gebildet wird, das den Cyberspace ermöglicht.

 

Das Buch ist u.a. hier erhältlich:

Klett Cotta

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