Das Mädchen, das in der Metro las

Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury

DuMont-Buchverlag

Erschienen: Juli 2019

175 Seiten

ISBN: 978-3-832165000

Taschenbuch: 11,00 €

 

"Ein Roman über die magische Macht der Literatur" Deutschlandfunk

 

"Sobald Juliette in der Metro sitzt, flüchtet sie sich in die Welten ihrer Romane, oder sie beobachtet die Menschen um sich herum: die Dame mit dem Kochbuch, den Mann mit der Insektenfibel, das Mädchen mit dem Schmöker. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet Juliette dem kauzigen Soliman, der glaubt, dass jedes Buch die Kraft hat, ein Leben zu verändern..."

 

Juliette lebt eigentlich ein ziemlich eintöniges Leben. Sie arbeitet als Immobilienmaklerin und fährt jeden Tag mit der Metro, immer die gleiche Strecke. Sie beobachtet ihre Mitfahrer und was sie so lesen. 

Da ist die eine Frau, die immer im selben Kochbuch blättert und der Mann, der stets in einem Buch über Insekten vertieft ist. Und da ist die junge Frau, die in einem dicken Schmöker liest und jedesmal an der gleichen Stelle im Buch weinen muss.

 

Eines Tages beschließt sie spontan, zwei Stationen früher auszusteigen, um den Rest des Weges zu Fuß zu gehen. Unterwegs kommt sie an einem Tor vorbei. An dem Tor hängt ein Schild mit der Aufschrift "Bücher ohne Grenzen". Sie bleibt stehen und ein kleines Mädchen, was vor dem Tor spielt, bittet sie herein. Sie zögert, weil sie befürchtet, nicht pünktlich zur Arbeit zu kommen. 

Letztlich lässt sie sich überreden und so lernt sie Soliman kennen. 

 

Soliman ist von der Macht der Bücher überzeugt und denkt, dass es für jeden das eine Buch gibt, welches das Potential hat, das Leben desjenigen zu verändern. Mithilfe von Kurieren sorgt er dafür, dass jeder das passende Buch bekommt. 

Juliette ist so fasziniert davon, dass sie kurzerhand auch zu einem von Solimans Kurieren wird. Sie bekommt einen Stapel Bücher und die Aufgabe, die Menschen in ihrer Umgebung genau zu beobachten und ihnen aus dem Stapel das richtige Buch zu übergeben. 

Findet sie dadurch vielleicht auch IHR Buch?

 

Das Buch zu beschreiben, ist leicht: es ist schön geschrieben, tiefsinnig, aber trotzdem leicht und schnell gelesen. Es beinhaltet viele literarische Anspielungen, für Bücherliebhaber also absolut geeignet. Überhaupt mag ich ja Bücher, die von Büchern handeln. Wer sich in der Welt der Bücher verliert, der kann sich auch sehr gut in Juliettes Wesen hineinversetzen, sie verstehen. Das ist wichtig, um die Geschichte zu verstehen. 

Trotzdem hat mir etwas gefehlt, was ich nicht wirklich benennen kann. Es ist nur ein Gefühl. Entweder hätte es etwas umfangreicher sein müssen oder es fehlt mir eine Fortsetzung. Irgendwie "geht da noch was", wie man auf Neudeutsch auch sagen könnte. Nach der Lektüre war ich irgendwie nicht vollständig zufrieden. Daher gibt es auch nur 4 Sterne.

 

Was mir aber gefällt, ist das Cover. Die Bücher, teils mit Titel, teils mit Accessoires gespickt, Bücher stehend, liegend und aneinander lehnend....das setzt sich auch im Inneren des Buchdeckels fort und ebenso auf der Rückseite. Es fasst sich gut an und liest sich gut. 

Wer Bücher über Bücher auch so gerne liest, der sollte dieses Buch auch auf jeden Fall lesen. Denn mein eigenes Gefühl muss sich nicht bei jedem einstellen und so kann es für den ein oder anderen durchaus das richtige Buch sein.

 

**** 4 von 5 Sterne

 

Die Autorin:

 

Christine Féret-Fleury arbeitete viele Jahre als Lektorin in einem großen französischen Verlagshaus, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie hat mehrere Jugendbücher und Erwachsenenromane verfasst, die prämiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.


 

Coverabbildung, Einleitungstext und Autorenportrait:

© 2019 DuMont Buchverlag, Köln

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