Fest der Finsternis

Fest der Finsternis

Ulf Torreck

Heyne Verlag

Erschienen: März 2017

Seiten: 667

ISBN: 978-3-453-67713-5

Taschenbuch: 14,99 €

 

"Paris im September 1805

 

In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Bewohner der Weltmetropole sind ergriffen von Angst.

Der für seinen Jagdinstinkt bekannte Polizist Louis Marais arbeitet wie besessen an dem Fall. Als er auf die Hilfe eines alten Bekannten zurückgreift, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Dasein fristet, führt Marais den Albtraum erst zu seiner wahren Größe..."

 

Übel zugerichtete Leichen junger Mädchen werden gefunden. Eines ist allen gemein: sie haben kurz vor ihrem Tod entbunden. 

Das ungleiche Ermittlerpaar Louis Marais und der Marquis de Sade gehen den Morden in diesem opulenten Sittengemälde auf den Grund.

 

Louis Marais galt einst als der beste Polizist in ganz Paris, fiel jedoch in Ungnade und wurde nach Brest abgeschoben. Für diese Mordserie, die Paris in Atem hält, wird er jedoch zurückbeordert. 

Der Marquis de Sade, ein Mann zweifelhaften Rufes, kennt die adlige Pariser Gesellschaft wie kein anderer und zieht immer die richtigen Schlüsse. Jedoch fristet dieser sein Dasein in der Irrenanstalt von Charenton. 

Als der Polizeipräfekt Beaume brutal ermordet und seine Leiche gefunden wird, die auf eine  perfide Art und Weise drapiert wurde, bleibt Marais keine andere Wahl, als den Marquis aus Charenton rauszuholen und sich mit ihm zusammen auf Spurensuche zu begeben.

 

Sie geraten in einen Strudel aus Intrigen der Pariser High Society und drohen immer tiefer hineingezogen zu werden. Es wird zu einem Unterfangen auf Leben und Tod und   es zeichnet sich immer mehr ab, dass die menschlichen Abgründe grenzenlos sind. 

 

Der Autor hat einen gut recherchierten und komplexen Roman geschrieben. Er verknüpft historische Fakten und reale Personen mit Fiktion und das gelingt ihm richtig gut. 

Die beiden Charaktere Marais und de Sade, die wirklich nicht unterschiedlicher sein können, scheinen das perfekte Ermittlerduo für solche Fälle zu sein. Mich würde es nicht wundern, wenn weitere Romane rund um die Beiden folgen würden. Potenzial haben sie. 

 

Vieles in dem Buch war beschreibend, so hat es lange gedauert, bis die Geschichte an Fahrt aufgenommen hat. Das hätte man auch etwas abkürzen können, denn manches mal empfand ich es als zäh. Daher gibt es auch leider einen Stern Abzug.

Jedoch wird man zur Mitte des Buches entschädigt, denn die Geschichte ist voller unerwarteter Wendungen und falscher Fährten. Man hat nicht mal ansatzweise eine Ahnung, wer der Mörder sein könnte. Und am Ende war ich doch sehr überrascht.

 

Es ist aber nichts für zart besaitete. Es ist blutig, mit sehr detaillierten Beschreibungen. 

Mir hat es übrigens geholfen, die Biografie und diverse Werke von de Sade zu kennen. So war ich von seinem hier dargestellten Charakter nicht überrascht oder gar abgeschreckt. Ich wusste also, auf "wen" ich mich da einlasse :-). Aber es ist kein Muss, jetzt alles von ihm vorher lesen zu müssen. 

 

**** 4 von 5 Sterne

Was man aber vorher lesen sollte, die ist Vorgeschichte zu "Fest der Finsternis". 

 

"Vor der Finsternis" beschreibt, wie Marais und de Sade zusammen kommen und schon einen Fall zusammen lösen. Es ist eine Kurzgeschichte und auch nur als Ebook auf den bekannten Plattformen erhältlich. 

 

Derzeit liegt der Preis hierfür bei 1,49 €. 

Der Autor: 

 

Ulf Torreck, geboren 1972 in Leipzig, arbeitete bereits früh als Rausschmeißer und Barmann, später als Journalist und Filmkritiker. Nach längeren Aufenthalten in Südostasien, Frankreich, Irland und Großbritannien begann er, Novellen und Romane zu schreiben. 

Für das "Fest der Finsternis" recherchierte Torreck mehrere Jahre lang und befasste sich intensiv mit den dunklen Seiten des Menschen. 


 

Coverabbildungen, Einleitungstext und Autorenportrait:

©2016 by Ulf Torreck

©2016  by Wilhelm Heyne Verlag, München

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