Herbst

Herbst

Ali Smith

Luchterhand Verlag (gebundene Ausgabe) 

btb Verlag (Taschenbuch)

Erschienen: geb. Ausgabe Okt. 2019, TB August 2021

272 Seiten 

ISBN: 978-3-630-87578-1

Gebunden: 22,00 €

Taschenbuch: 10,00 €

 

"Im Herbst 2016 ist Daniel ein Jahrhundert alt. Elisabeth, Anfang 30, kennt ihn von früher, der Nachbar hat sie als Kind mit der Kunst bekannt gemacht. Jetzt besucht sie ihn im Altersheim, liest ihm Bücher vor und fragt sich, was die Zukunft bringen mag. Denn England hat einen historischen Sommer hinter sich, die Nation ist gespalten, Angst macht sich breit. Der erste Roman aus Ali Smiths Jahreszeitenquartett erzählt von einer Welt, die immer abgeschotteter und exklusiver wird, über das Wesen von Reichtum und Wert, über die Bedeutung der Ernte. Und er erzählt vom Altern, von der Zeit und von der Liebe. Von uns."

 

Elisabeth Demand und Daniel Gluck, einst Nachbarn, verbindet eine tiefe Freundschaft. Er, schon damals ein alter Mann, sie ein Kind, unterhalten sich über die Welt, die Kunst das Leben. Sie lernt unheimlich viel von ihm. 

Ihre Gespräche über Kunst (vor allem über die britische Pop-Art-Künstlerin Pauline Boty) veranlassen Elisabeth sogar, ihren beruflichen Weg in diese Richtung einzuschlagen. 

Heute ist sie 32 und er 101. Er lebt in einem Pflegeheim und sie besucht ihn regelmäßig. Dort führen sie ihre Gespräche fort.

Sie ist im Herbst seines Lebens bei ihm.

Es ist das Jahr 2016 und der Brexit beherrscht die Nachrichten in Großbritannien. 

Die ersten Anfeindungen gegenüber Ausländern werden sichtbar, die ersten Spaltungen der Gesellschaft ebenso. 

Smith findet aber immer wieder zurück zu dieser Freundschaft, die Elisabeths Leben so sehr prägt. Seine erste Frage bei jedem Treffen lautet: "Was liest du grade?"

 

"Herbst" ist der Auftakt eines Jahreszeitenquartetts. Sprachlich schwankt es zwischen hochanspruchsvoll, teils kafkaesk und humoristisch, poetisch. Ali Smith besitzt eine unglaubliche Sprachgewalt. 

Der Leser ist stets gefordert. Es bedarf eines offenen Lesers, es ist teilweise etwas schwer zugänglich. 

Aber wenn man sich auf das Buch einlässt und über den Tellerrand hinausblickt, kann es bereichern. 

 

Sehr gefallen hat mir diese wundervolle Freundschaft, so unbelastet und voller Zuneigung und Respekt. 

Das Bild, welches Ali Smith zeichnet, ist ein leicht bedrückendes, aber auch hoffnungsvolles, ist der Herbst doch Sinnbild für die Vergänglichkeit im Bewusstsein der Erneuerung. Dies lässt sich auch wunderbar auf die Thematik des Brexit anwenden. 

 

Der nächste Band der Reihe ist "Winter". Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht...

 

**** 4 von 5 Sterne

 

Die Autorin:

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten.

Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt.

Ihr Roman »Beides sein« wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit »Herbst« kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize sowie auf Platz 6 der SWR-Bestenliste.


 

Coverabbildung, Einleitungstext und Autorenportrait:

© 2019 Luchterhand Literaturverlag GmbH

 

Ich danke dem Bloggerportal der Penguin Random House Verlagsgruppe für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. 

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