Die Sammlerin der verlorenen Wörter

Die Sammlerin der verlorenen Wörter

Pip Williams

Diana Verlag

Erschienen: April 2022

Seiten: 528

ISBN: 978-3453292635

Gebunden in Leinenoptik: 22,00 €

 

"Oxford, Ende des 19. Jahrhunderts. Esme wächst in einer Welt der Wörter auf. Unter dem Schreibtisch ihres Vaters, der als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary arbeitet, liest sie neugierig heruntergefallene Papiere auf. Nach und nach erkennt sie, was die männlichen Gelehrten oft achtlos verwerfen und nicht in das Wörterbuch aufnehmen: Es sind allesamt Begriffe, die Frauen betreffen. Entschlossen legt Esme ihre eigene Sammlung an, will die Wörter festhalten, die fern der Universität wirklich gesprochen werden. Sie stürzt sich ins Leben, findet Verbündete, entdeckt die Liebe und beginnt für die Rechte der Frauen zu kämpfen."

 

Oxford 1886: Esme lebt bei ihrem Vater, seines Zeichens Lexikograph und am Oxford English Dictionary beteiligt, und ist seit jeher von Wörtern und ihrer Bedeutung fasziniert. Sie darf ihren Vater schon als kleines Mädchen ins Skriptorium begleiten und lernt dort viel, sammelt bereits eigene Wörter, die sie in einer kleinen Truhe wie einen Schatz hütet. 

Sie wächst zu einer jungen Frau heran und entwickelt ein besonderes Gespür für Wörter, die vor allem Frauen betreffen und es bisher nicht wirklich ins Oxford English Dictionary geschafft haben, offensichtlich ein von Männern als Entscheidungsträger dominiertes Lexikon. 

Die Straßen und Märkte (und hierbei besondere Bekannt-und Liebschaften) sind ihr dabei eine gute Schule und ihre eigene Sammlung von Wörtern wächst stetig. 

Dabei lässt sie sich nicht von Schicksalsschlägen aufhalten und erschafft mithilfe ihrer Freunde etwas Großartiges.

 

Trotz seiner zeitweisen Längen hat mir das Buch gut gefallen. Obwohl einige Charaktere, so auch Esme, fiktiv sind, haben einige der Protagonisten wahrhaftig am OED mitgearbeitet.

Die Geschichte spiegelt auf gelungene Art und Weise die gesellschaftlichen Strukturen und den Stand der Frau in dieser Epoche wider. 

So ist auch das Wahlrecht der Frauen ein Thema, wenngleich als nebenher laufender Erzählstrang. 

 

Die Charakterzeichnungen sind detailliert, die Sprache ruhig, klar und schnörkellos, dabei keineswegs nüchtern. 

Es ist ein wunderschönes Porträt seiner Zeit. Humorvoll, unfassbar ernst und manches mal tragisch.

 

Eine Ode an alle mutigen und starken Frauen, die sich nicht vom Schicksal lenken lassen, sondern von sich aus anpacken und die Welt mitgestalten. Und eine Liebeserklärung an Wörter. :-)

 

Die Aufmachung ist sehr gelungen. Es ist eine Hardcover-Ausgabe in Leinenoptik und Lesebändchen. Mit einem kleinen Glossar und einer Zeitleiste der geschichtlichen Ereignisse im hinteren Teil endet das Buch.

 

**** 4 von 5 Sterne

 

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