Sommer

Sommer

Ali Smith

Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: Juli 2021

Seiten: 384

ISBN: 978-3630875811

Gebunden: 22,00 €

 

"Eine Geschichte über Menschen, denen große Veränderungen bevorstehen. Sie sind eine Familie und glauben doch, Fremde zu sein. Was verbindet diese Menschen? - Der Sommer. Da ist zum Beispiel Sacha, 16, die Probleme mit ihrem kleinen Bruder hat, einem hochbegabten, die Schule schwänzenden Einstein-Fan; und eigentlich will sie die Welt retten, aber ihre Eltern sind ihr da auch keine Hilfe. So weit die Gegenwart. In der Vergangenheit verbringen ein anderer Bruder und eine andere Schwester einen wunderschönen Sommer, obwohl sie wissen, dass die Zeit gegen sie arbeitet …"

 

 

Anfang 2020: der Brexit und seine Auswirkungen, Feuersbrünste in Australien, wo Tiere sterben und Menschen fliehen, die Pandemie ist noch recht frisch und niemand weiß, dass sich das gewohnte Leben dauerhaft verändern wird. 

 

Die Familie Greenlaw, bestehend aus Grace, einer ehemaligen Schauspielerin und ihren Kindern Sacha, eine 16-jährige Idealistin und Robert, der hochbegabte und manchmal bösartige 13-jährige, stehen diesmal im Mittelpunkt von Ali Smith´  Abschluss des Jahreszeitenzyklus.  

Sacha und Robert begegnen am Stand von Brighton Arthur und Charlotte (die wir bereits aus "Winter" kennen). Die beiden sind auf dem Weg zu Daniel Gluck (nunmehr 104 Jahre alt), der in "Herbst" eine tragende Rolle spielt. Familie Greenlaw begleitet die beiden kurzerhand. Das Leben aller wird sich ändern, so oder so. 

 

Ali Smith führt nunmehr ihre Protagonisten am Ende zusammen. Auch in "Sommer" verwebt sie alles und jeden wieder auf ihre so eigene komplexe Art und Weise. Und so schwierig es manchmal ist, in ihre Werke hineinzufinden, so lohnend für den Leser ist es. 

Ihre Bezüge zu berühmten Persönlichkeiten, zu Kunst und Kultur suchen ihresgleichen.

 

Ali Smith klagt auch in diesem Werke wieder an: die Gesellschaft, die Klimaveränderung, die Migrationspolitik, den Brexit. Aber wie immer schwebt Hoffnung mit.

Die Autorin öffnet Augen wie keine andere, subtil und doch ziemlich deutlich. 

 

Ihre Tetralogie, ihr Jahreszeitenzyklus ist zusammen genommen ein Meisterwerk, welches jedoch nicht für jeden so einfach zugänglich ist. Mir persönlich hat meine anglophile Ader sehr geholfen, mich in ihren Strukturen zurechtzufinden. Ich wusste ob der Probleme, die in GB seit dem Brexit herrschten. Der Leser ihrer Werke benötigt eine gewisse Feinfühligkeit für die Themen, die sie anspricht. Das ist keineswegs wertend gemeint, bedarf es doch vielmehr einfach des reinen Interesses an der Gesellschaft und der Politik Großbritanniens. Geht dies jemand ab, der findet kein Vergnügen an ihren Büchern und empfindet sie wahrscheinlich als sehr anstrengend. 

Und Ali Smith Werke können durchaus anstrengend sein. 

 

**** 4 von 5 Sterne

 

Hierbei möchte ich auf einen sehr interessanten Beitrag zu ihrem Gesamtwerk verweisen:

 

https://www.deutschlandfunk.de/ali-smith-sommer-kunst-als-hoffnung-100.html

 

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