Die Bibliothek von Edinburgh

Die Bibliothek von Edinburgh

Edinburgh Nights Band 1

T. L. Huchu

Penhaligon Verlag

Erschienen: September 2022

Seiten: 384

ISBN: 978-3-76453252-9

Taschenbuch: 16 €

 

"Ropa hat die Schule abgebrochen, um Geistersprecherin zu werden - und nun überbringt sie den Lebenden die Botschaften der Toten. Ein scheinbar harmloser Job, um sich über Wasser zu halten. Doch Ropas Leben ändert sich schlagartig, als die Geister ihr zuflüstern, dass jemand in Edinburgh Kinder in lebende Leichen verwandelt. Mit ihrem blitzgescheitem Verstand, ihrer afrikanisch-schottischen Magie und mit ihrer unnachahmlichen rotzigen Art will Ropa die verhexten Kinder retten. Ihr Weg führt sie in die geheime Bibliothek der Toten - in der die Strafe für Hausfriedensbruch der Tod ist. Wie es dann wohl um die Strafe für ein verspätet zurückgegebenes Buch steht?"

 

Ropa Moyo, 14 Jahre alt lebt in Edinburgh und verdingt sich als Geistersprecherin. Zur Schule geht sie nicht mehr, da sie sich, ihre kleine Schwester und ihre Großmutter über Wasser halten muss. Sie verdient ihr Geld also damit, Botschaften von Toten an die Lebenden zu überbringen. Dies macht sie mehr oder minder erfolgreich, jedoch springt nicht wahnsinnig viel dabei raus.

Als sich eines Tages ein Geist mit einer dringenden Bitte an sie wendet, ändert sich für Ropa alles. Sie soll ein verschwundenes Kind finden. Diese Suche entpuppt sich als ein hochgefährliches Unterfangen, als sie merkt, dass weitere Kinder betroffen sind.

 

Der erste Band der Edinburgh-Nights Reihe von T.L. Huchu, ein Autor mit simbabwischen Wurzeln (Ropa hat diese Wurzeln übrigens ebenso), spielt in einem magischen Edinburgh. Eine Stadt, die ich leider noch nicht persönlich besucht habe. Dieses Edinburgh ist düster, vom Armut und Gewalt geprägt, aber auch atmosphärisch, und wie gesagt: magisch.

Ropa ist ein ganz schön freches, aber auch witziges und mutiges Mädchen und unfassbar schlau. Die Charakterzeichnung der Hauptprotagonistin ist gelungen. 

Ebenso ihre Mitstreiter sind sehr gut dargestellt. Und die "Bösen", die es ja in jeder guten Fantasy-Story geben muss, selbstredend auch. 

 

Der Schreibstil ist witzig, locker und erfrischend salopp. Die Geschichte selber magisch-paranormal und gut unterhaltend. Die Stimmung und die Atmosphäre dieser Stadt werden sehr gut transportiert und die Spannung aufrecht erhalten. Aber wenn man bedenkt, was mit diesen Kindern geschieht, kann einem schon anders werden. Die Idee hinter der Story ist unheimlich klasse, in beiderlei Wortsinn.

 

Was ich jedoch schade fand: die Bibliothek, die ja schließlich titelgebend ist, kommt meines Erachtens zu kurz. Das wäre noch ausbaufähiger gewesen. 

 

Dennoch freue ich mich auf ein weiteres spannendes Abenteuer von Ropa in der Fortsetzung "Das Hospital von Edinburgh" (November 2022).

 

Ich danke dem Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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